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Dornröschen
Deutsche Märchen
Vor Zeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag:
„Ach wenn wir doch ein Kind hätten!" und kriegten immer keins. Da trug
sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, dass ein Frosch aus dem
Wasser ans Land kroch, und zu ihr sprach: „Dein Wunsch wird erfüllt,
und du wirst eine Tochter zur Welt bringen."
Das Märchen "Dornröschen" lesen ...
Rotkäppchen
(Rotkäppchen und der Wolf)
Deutsche Märchen
Es war einmal ein kleines süßes Mädchen, das hatte jedermann lieb, der
sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wusste gar
nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm
ein Käppchen von rotem Samt. Weil ihm das so wohl stand und es nichts
anders mehr tragen wollte, hieß es nur das Rotkäppchen. Da sagte
einmal seine Mutter zu ihm: „Komm, Rotkäppchen, da hast du ein Stück
Kuchen und eine Flasche Wein, die bring der Großmutter hinaus, weil
sie krank und schwach ist, wird sie sich daran laben...
Das Märchen "Rotkäppchen" lesen ...
Schneewittchen
Deutsche Märchen
Es war einmal mitten im Winter und die Schneeflocken fielen wie Federn
vom Himmel herab, da saß eine Königin an einem Fenster, das einen
Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie so nähte
und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den
Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das
Rote im weißen Schnee so schon aussah, dachte sie bei sich:
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Rumpelstilzchen
Deutsche Märchen
Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne
Tochter. Nun traf es sich, dass er mit dem König zu sprechen kam, und
zu ihm sagte: „ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen."
Dem König, der das Gold lieb hatte, gefiel die Kunst gar wohl, und er
befahl, die Müllerstochter sollte alsbald vor ihn gebracht werden.
Dann führte er sie in eine Kammer, die ganz voll Stroh war, gab ihr
Rad und Haspel, und sprach: „Wenn du diese Nacht durch, bis morgen
früh dieses Stroh nicht zu Gold versponnen hast, so musst du sterben."
Das Märchen "Rumkpelstilzchen" lesen ...
Blaubart
Französische Märchen
Es war einmal ein Mann, der hatte auf dem Lande und in der Stadt die
schönsten Häuser, Gold und Silberzeug in Menge, kostbare Möbeln und
Karossen über und über vergoldet; unglücklicherweise aber hatte dieser
Mann einen blauen Bart, und das gab ihm ein so abschreckendes und
hässliches Aussehen, dass alle Frauen und Mädchen, sobald er sich nur
sehen ließ, vor ihm die Flucht ergriffen. ...
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Märchen "Blaubart" lesen ...
Das kleine Rotkäppchen
Französische Märchen
Es war einmal ein kleines Bauermädchen, so hübsch und niedlich als es
je eins gegeben hat. Ihre Mutter war ganz vernarrt in sie und ihre
Großmutter noch viel mehr. Diese gute Frau ließ ihr ein kleines rotes
Käppchen machen, welches ihr so gut stand, dass man sie allgemein das
kleine Rotkäppchen nannte.
Eines Tages hatte die Mutter Brotkuchen gebacken und sprach zu ihr:
„Geh' und sieh' einmal, was die Großmutter macht. Man hat mir gesagt,
sie sei krank. Nimm ihr einen Kuchen mit und dies kleine Töpfchen mit
Butter."
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Märchen "Das kleine Rotkäppchen" lesen ...
Hänsel und Gretel
Deutsche Märchen
Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker, der hatte nichts
zu beißen und zu brechen und kaum das tägliche Brot für seine Frau und
seine zwei Kinder, Hänsel und Gretel. Endlich kam die Zeit, da konnte
er auch das nicht schaffen und wusste keine Hülfe mehr für seine Not.
Wie er sich nun abends vor Sorge im Bett herumwälzte, sprach seine
Frau zu ihm: „Höre, Mann, morgen früh nimm die beiden Kinder, gib
jedem noch ein Stückchen Brot, dann führ sie hinaus in den Wald,
mitten hinein, wo er am dicksten ist, da mach ihnen ein Feuer an, dann
geh weg und lass sie dort allein, wir können sie nicht länger
ernähren." ...
Das Märchen "Hänsel
und Gretel" lesen ...
Des Schneiders Daumerling
Wanderschaft
Deutsche Märchen
Ein Schneider hatte einen Sohn, der war klein geraten und nicht größer
als ein Daumen, darum hieß er der Daumerling. Er hatte aber Courage im
Leibe, und sagte zu seinem Vater: „Vater, ich soll und muss in die
Welt hinaus." — „Recht, mein Sohn", sprach der Alte, nahm eine
Stopfnadel und machte am Licht einen Knoten von Siegellack daran: „da
hast du auch einen Degen mit auf den Weg." Nun wollt das Schneiderlein
noch einmal mitessen, ging in die Küche um zu sehen, was die Frau
Mutter zu guter Letzt gekocht hätte.
Das Märchen "Des
Schneiders Daumerling Wanderschaft" lesen ...
Rot, weiß und
schwarz Französische Märchen
Der älteste Sohn eines mächtigen Königs ging einmal ganz allein im
Winter auf einem Felde, welches mit Schnee bedeckt war. Er bemerkte
einen Raben und schoss ihn. Der Vogel stürzte tot hernieder und
bespritzte den weißen Schnee mit seinem Blut. Der Glanz seines
schwarzen Gefieders, die blendende Weiße des Schnees und die Rote des
Bluts gaben ein Farbengemisch ...
Das
Märchen "Rot, weiß und schwarz" lesen ...
Die gute kleine Maus
Französische Märchen
Es war einmal ein König und eine Königin, die liebten sich so sehr,
dass sie gegenseitig das Glück ihres Lebens machten. Ihre Gedanken und
Wünsche waren immer im Einverständnis.
Alle Tage gingen sie zusammen auf die Jagd, um Hasen und Hirsche zu
schießen, oder sie gingen auf den Fischfang, Schollen und Karpfen zu
fangen, oder auf den Ball, zu einem Gastmahl, in die Komödie und in
die Oper. Sie lachten, sie sangen, kurzum, sie taten alles Mögliche,
um ihr Leben angenehm hinzubringen. ...
Das
Märchen "Die gute kleine Maus" lesen ...
Frau Holle
Deutsche Märchen
Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig,
die andere hässlich und faul. Sie hatte aber die Hässliche und Faule,
weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere musste
alle Arbeit tun und der Aschenputtel im Hause sein. Es musste sich
täglich hinaus auf die große Straße bei einem Brunnen setzen und so
viel spinnen, dass ihm das Blut aus den Fingern sprang. Nun trug es
sich zu, dass die Spule einmal ganz blutig war, da bückte es sich
damit in den Brunnen und wollte sie abwaschen, sie sprang ihm aber aus
der Hand und fiel hinab. Das Märchen "Frau
Holle" lesen ...
Die sieben Speckschwarten
Italienische Märchen
Es war einmal eine alte Bettlerin, welche mit der Kunkel in der Hand
von Tür zu Tür ging und Almosen bettelte und weil man „durch List und
Betrug ein halbes Jahr lebt“, so machte sie einigen mitleidigen und
leichtgläubigen Frauen weiß, dass sie für eine magere Tochter ich weiß
nicht was für eine fette Suppe machen wolle und erbettelte sich von
ihnen sieben Speckschwarten ...
Das Märchen
"Die sieben Speckschwarten" lesen ...
Die im Walde schlafende Prinzessin
Französische Märchen
Es war einmal ein König und eine Königin, die waren sehr betrübt, dass
sie keine Kinder hatten, so betrübt, es ist nicht zu sagen. Sie gingen
in alle möglichen Bäder; Gelübde, Pilgerfahrten, alles wurde versucht,
doch Nichts wollte helfen. Endlich bekam die Königin ein Töchterchen.
Man veranstaltete ein prächtiges Tauffest und wählte als Paten der
kleinen Prinzessin alle Feen aus dem ganzen Lande ...
Das
Märchen "Die im Walde schlafende Prinzessin" lesen ...
König
Drosselbart
Deutsche Märchen
Italienische Märchen
Ein König hatte eine Tochter, die war wunderschön, aber stolz und
übermütig, so dass ihr kein Freier gut genug war, und sie einen nach
dem andern abwies, und noch dazu Spott mit ihnen trieb. Einmal ließ
der König ein großes Fest anstellen, und lud dazu alle heiratslustigen
Männer ein, die wurden in eine Reihe, nach ihrem Rang und Stand
geordnet erst kamen die Könige, dann die Herzoge, die Fürsten, Grafen
und Freiherrn, zuletzt die Edelleute. Nun wurde die Königstochter
durch die Reihen geführt, aber an jedem hatte sie etwas auszusetzen.
Das Märchen "König
Drosselbart" lesen
Das tapfere Schneiderlein
Deutsche Märchen
An einem Sommermorgen saß ein Schneiderlein auf seinem Tisch am
Fenster, war guter Dinge und nähte aus Leibeskräften. Da kam eine Bauersfrau
die Straße herab und rief: „Gut Mus feil! Gut Mus feil!"
Das klang dem Schneiderlein lieblich in die Ohren, er steckte sein
zartes Haupt zum Fenster hinaus und rief: „Hierherauf, liebe Frau,
hier wird Sie Ihre Ware los."
Das Märchen "
Das tapfere Schneiderlein" lesen ...
Die Schlange
Italienische Märchen
Es war einmal eine Bauersfrau, die hätte für ihr Leben gern Kinder
gehabt, und bekam keine.
Als mm eines Tages der arme Mann in den Wald gegangen war, um
Reisigbündel zu sammeln, und sie nach Hause brachte, fand er darin
eine hübsche kleine Schlange ...
Das Märchen "Die Schlange" lesen ...
Die Bärin
Italienische Märchen
Es war einmal ein König von Rocca-Aspra, welcher die Mutter der
Schönheit selbst zur Frau hatte, die jedoch im besten Lauf ihrer Jahre
vom Rosse der Gesundheit fiel und sich das Leben brach. Bevor ihr aber
das Licht des Lebens ausging, rief sie ihren Gemahl, und sagte zu ihm:
„Ich weiß, du hast mich immer herzlich geliebt, darum erfülle mir
jetzt eine Bitte ...
Das Märchen "Die Bärin" lesen ...
Gagliuso
Italienische Märchen
Es war einmal in der Stadt Neapel ein alter, armer, armer Mann. Er war
so elend, so runzlig, so eingeschrumpft, und hatte nicht einen
einzigen Lumpen seine Blöße zu bedecken, so dass er umherging, nackt
wie eine Fliege.
Das Märchen
"Gagliuso" lesen ...
Corvetto
Italienische Märchen
An den Diensten des Königs von
Fiume-Largo befand sich einmal ein wackrer Jüngling, Namens Corvetto,
welcher wegen seines guten Benehmens von seinem Herrn von Herzen
geliebt, aus demselben Grunde aber von allen Hofleuten von ganzem
Herzen gehasst wurde, da sie, selbst ohne jedes Verdienst, die
glänzende Tugend des Corvetto nicht anschauen konnten, der für das
bare Geld der Liebe und Treue sich die Gnade seines Herrn erwarb.
Das Märchen "Corvetto" lesen ...
Das Ziegengesicht
Italienische Märchen
Es hatte ein Bauer zwölf Töchter, eine immer kleiner als die andere,
wie die Orgelpfeifen, denn jedes Jahr machte ihm sein wackeres Weib
Ceccuzza ein Geschenk mit einem Töchterchen, so dass der arme Mann, um
seine Familie anständig zu ernähren, alle Tage für Lohn graben ging.
Mit all seiner Mühe und Plage aber brachte er es nur so weit, dass sie
nicht eben vor Hunger starben.
Das Märchen " Das
Ziegengesicht" lesen ...
Cannetella
Italienische Märchen
Es war einmal der König von Bello-Puojo, der wünschte nichts
sehnlicher, als Kinder zu bekommen. Nachdem er diesen Wunsch lange
Zeit vergebens mit sich getragen, und die Götter mit Bitten bestürmt
hatte, beschenkte ihn endlich seine Gemahlin Renzolla mit einem
hübschen Töchterlein, der er den Namen Cannetella beilegte.
Das Märchen "
Cannetellat" lesen ...
Die zwei Brüder
Italienische Märchen
Es war einmal ein Vater, der hatte zwei Söhne, Marcuccio und Parmiero.
Als er nun im Begriff war, mit der Natur die Rechnung abzuschließen
und das Buch des Lebens zu zerreißen, rief er sie an sein Bett und
sagte zu ihnen: „Meine geliebten Söhne, es wird nicht lange mehr
dauern, so werde ich der Natur meine Schuld abtragen und da ich euch
nun von Herzen liebe, so darf ich von euch nicht scheiden, ohne euch
ein gutes Andenken zu hinterlassen, auf dass ihr mit Hülfe des
Nordsterns des guten Rates das Meer der Trübsale durchsegeln und in
einen sichern Hafen einlaufen könnt."
Das Märchen " Die zwei
Brüder" lesen ...
Schönchen
Goldhaar Französische Märchen
Es war einmal eine Königstochter, die war so schön, dass es nichts
Schöneres auf der Welt gab und deshalb nannte man sie Schönchen
Goldhaar; denn ihr goldgelbes krauses Haar war weit feiner, als Gold
und fiel in langen Locken bis auf die Knie herab. Sie war wie
eingehüllt darin, trug fast immer einen Blumenkranz auf dem Kopf und
Kleider, die mit Diamanten und Perlen besetzt waren. Niemand konnte
sie sehen, ohne sie zu lieben.
Das Märchen "Schönchen
Goldhaar" lesen ...

Bilder: Alexander Zick, Arpad Schmidhammer,
Hermann Vogel
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