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Gedanken erraten - Märchen, erzählt von Karl Simrock

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Gedanken erraten

Es war einmal ein König, der hatte einen einzigen Sohn, mit dem er viel Kummer erlebte, denn er war ein Tunichtgut und Bruder Liederlich und keine Ermahnung wollte bei ihm fruchten. Der Vater ward es endlich müde und sprach zu ihm: Ich kann dein Treiben nicht länger mit ansehen: Hier haft du, was von dem Erbteil deiner Mutter noch übrig ist; damit zieh hinaus in die Welt; vielleicht wirst du klüger werden." Der Königssohn war es zufrieden, ließ sich zwei Pferde vorführen, packte Silber und Gold auf das eine, setzte sich selber auf das andere und ritt hinaus in die Welt. Hatte er bisher schon locker gelebt, so ließ er sich jetzt erst recht den Zügel schießen, da er sich vor seinem Vater nicht mehr zu scheuen brauchte. Die Schätze, die er bei sich führte, schienen ihm unerschöpflich, er verschwendete mit beiden Händen und meinte das sollte ewig so fortgehen. Doch machte er eines Tags die Entdeckung, dass es mit dem Golde zu Ende war und ihm nichts mehr übrig blieb als das Silber. Da kam er an einem Samstag in eine große Stadt, wo er über Nacht blieb. Am andern Morgen stand er früh auf und ging zur Kirche. Als der Gottesdienst vorüber war, sah er vor der Kirchtür einen nackten Leichnam liegen, den alle Vorübergehenden anspieen, stießen und schlugen. Das kam ihm sehr grausam vor, er ging hinzu und fragte den ersten Besten, warum der Tote so misshandelt würde. Da sagte man ihm, der Tote habe nichts als Schulden hinterlassen, und werde nun so lange angespieen, gestoßen und geschlagen bis einer käme, der seine Schulden bezahlte.

 

Der Königssohn hatte Mitleid mit dem Toten und erklärte sich bereit, alle seine Schulden zu bezahlen, wenn man ihm den Leichnam überlassen wollte. Als die Gläubiger das hörten, kamen sie gleich in dem Gasthause zusammen, schlugen ihre Bücher nach und stellten eine Rechnung aus, die sich so hoch belief, dass dem Königssohn, wenn er die Schuld tilgte, eben noch so viel übrig blieb, den Wirt zu befriedigen.

 

Er zahlte aber alles bis aus Heller und Pfennig und erhielt dafür den Leichnam. Den wickelte er in seinen Purpurmantel, band ihn auf sein lediges Pferd und ritt zum Tor hinaus. Gegen Mittag kam er in einen großen Wald: Da suchte er  einen stillen Platz unter einer hohen Eiche, grub mit seinem Schwerte ein tiefes Grab, senkte den Toten in seinem Mantel hinein und deckte das Grab mit den Händen wieder zu. Von der Eiche hieb er dann zwei Zweige, schälte sie und bildete ein Kreuz daraus: Das steckte er auf den Grabhügel, kniete nieder und betete für die Seele des Verstorbenen. Alsdann sah er sich nach einem Mittagsmahl um, denn von dem Ritt und der anstrengenden Arbeit fühlte er sich ganz erschöpft. Da fand er einen Baum mit wilden Feigen; dabei floss ein Bach mit klarem Wasser: Er aß und trank und meinte, es hätte ihm nie so wohl geschmeckt. Nun trieb er seine Pferde von der Weide, sattelte und zäumte sie und ritt seines Weges weiter. Als er vor den Wald kam, traf er einen Mann, der auf jemanden zu warten schien. Als der den Königssohn sah, ließ er sich in ein Gespräch mit ihm ein, und als er hörte, er reise in die Welt ohne Zweck und Ziel, bot er ihm seine Begleitung an. Das war dem Königssohn recht, er bot dem Fremden sein lediges Pferd und so ritten sie zusammen. Unterwegs am Fuß eines Berges trafen sie ein altes Mütterchen, das unter der Last einer Holzbürde niedergesunken war. Helft mir aus!, flehte sie.

 

Da zog der Fremde ein Fläschchen hervor und goss der Alten ein Paar Tropfen auf die Zunge. Sogleich sprang sie selbst wieder aus, dankte ihnen und ging wohlgemut weiter unter ihrer Bürde. Aus dieser hatte aber der Fremde einige Reiser gezogen: daraus bildete er drei Ruten. Da fragte der Königssohn: „Was willst du damit machen?" „Wir werden sie brauchen“, versetzte der Fremde. Sie gingen weiter und kamen in die Mitte des Berges; da lag ein verwundeter Soldat, der sie kaum noch um Hilfe ansprechen konnte. Der Fremde zog wieder sein Fläschchen hervor, ließ den Soldaten trinken und goss einen Tropfen auf seine Wunde. Da stand er gleich frisch und munter auf den Füßen; die Wunde aber war vernarbt. Dankbar bot der Soldat seinem Retter Hab und Gut als Lohn; aber dieser verlangte nichts als sein Schwert, Das gab der Soldat ihm herzlich gern und fügte tausend Dank hinzu. Was willst du nur damit machen?, fragte der Königssohn wieder. „Wir werden es brauchen, war die Antwort. Nun kamen sie aus die Höhe des Berges: Da lag ein kranker Rabe. Dem ist nicht mehr zu helfen, sagte der Fremde und hieb ihm den Kopf ab. Dann trennte er beide Flügel von dem Rumpfe und steckte sie zu sich. Der Königssohn fragte zum dritten Mal: Was willst du nur damit?" Wir werden sie brauchen, erwiderte der Fremde.

 

Als sie nun den Berg hinab kamen, lag da eine große Stadt. Da sahen sie das Volk zusammen laufen, denn eben ließ der König öffentlich ausrufen, wer dreimal die Gedanken seiner Tochter erraten könne, solle sie zur Gemahlin erhalten und nach dem Tode des Vaters das Königreich erben. Wer sich aber melde und nicht alle Aufgaben zu lösen wisse, habe das Leben verwirkt. Da lachten die Leute und sprachen: Den müsste der Hals wohl übel jucken, der das noch ferner versuchen wolle, nachdem es so Vielen missglückt sei. Damit wiesen sie auf die Gitterstäbe vor der Burg, wo schon neun und neunzig Köpfe aufgepflanzt standen. Aber der Fremde sprach zu dem Königssohn: Höre, du musst die Gedanken der Königstochter zu erraten suchen. Da weigerte sich der Königssohn und sprach: Soll ich das Hundert voll machen? Aber der Fremde sprach ihm Mut ein: Verlass dich auf mich, ich werde dir beistehen. Also meldete sich der Königssohn und erhielt mit seinem Begleiter Aufnahme in der königlichen Burg. Am andern Morgen sollte er seine Probe ablegen: Davor hatte er solche Angst, dass er Trank und Speise unberührt ließ. Da sprach der Fremde:

Iss und trink wohlgemut;
Dein Leben steht in hoher Hut.

 

Da griff der Königssohn zu und genoss Trank und Speise. Dann ging er nach des Fremden Rat zu Bette; aber die Sorge ließ ihn nicht Schlafen. Der Fremde sprach:

Schlaf du bis an den Morgen;
Lass mich dein Gut besorgen.

 

Da schlief der Königssohn ein. In der Nacht öffnete die Königstochter das Fenster und flog nach einem nahen Berge: Da wohnte ein Zauberer, bei dem sie sich Rat zu holen pflegte.

 

Der Fremde hörte das Fenster klingen: da band er sich die Rabenflügel an, nahm eine von den drei Ruten in den Schnabel und flog ihr ungesehen nach. Als die Königstochter an den Berg kam, hatte der sich aufgetan: Da flog sie hinein und hinter ihr drein der Rabe. Da war eine große weite Höhle: hinten an der Wand aus einem Pferdegerippe als Thron saß der alte Zauberer, ein kleiner hässlicher Kerl mit dickem Kopf und langem Bart. Neben ihm standen lange Stäbe und aus jedem Stab ein Kohlkopf; das stellte die Bedienung vor. Als die Königstochter hinein kam, verneigten sich die Kohlköpfe dreimal; der alte Zauberer aber stieg von seinem Thron, sie zu begrüßen; dann hieß er sie zu seiner Rechten niedersitzen. „Was bringst du Neues, meine Tochter?" „Es ist wieder ein Bewerber angekommen“, sagte sie, „helft mir ein schweres Wort aussuchen, das er erraten soll." — „Ja, meine Tochter“, sprach der Zauberer. Gib ihm das Wort Brot aus: Das rät er sicher nicht." Die Königstochter dankte ihm und entfernte sich; die Kohlköpfe verneigten sich dreimal. Der alte Zauberer aber gab ihr das Geleit und flog mit ihr bis zu ihrem Schlosse; hinter beiden drein aber der Rabe, der alles mit angehört hatte. Draußen aber nahm er seine Rute und peitschte wacker auf beide los. Hu!, rief sie, wie es hagelt! Vor dem Schloss nahm der alte Zauberer Abschied und flog zurück; sie aber flog durch das Fenster in ihr Gemach und der Fremde ging zu dem Königssohn, der in tiefem Schlummer lag.

Am Morgen war im Schlosse große Versammlung. Aus dem Throne neben dem König saß die Königstochter; vor ihr stand der Königssohn und ihm zur Seite der Fremde. Da begann die Königstochter und gebot ihrem Freier das Wort zu nennen, woran sie dächte. Sage „Brot“, flüsterte der Fremde. Brot, stotterte der Königssohn. Die Königstochter erblasste und bekannte, er hätte es geraten. Da klatschte die ganze Versammlung dem Königssohn Beifall. Aber die Königstochter erhob sich hochrot vor Zorn und rief: Heute ist es dir gelungen; aber freue dich nicht zu früh, morgen musst du sterben!

Am Abend ward der Königssohn noch besser bewirtet als gestern; aber der Braten wollte ihm nicht schmecken, der Wein nicht munden. Die Worte der Königstochter: Morgen musst du sterben!, hallten ihm in den Ohren wieder. Da sprach der Fremde:

Iss und trink wohlgemut,
Dein Leben steht in hoher Hut!

 

Da griff der Königssohn zu und labte sich. Auf des Fremden Rat legte er sich auch zu Bette; aber der Schlaf mied ihn. Endlich sprach der Fremde:

Schlaf du bis an den Morgen:
Lass mich dein Heil besorgen.

 

Da schlief der Königssohn ein. In der Nacht, als das Fenster wieder klang, legte der Fremde die Rabenflügel an, nahm aber diesmal zwei Ruten mit. So flog er hinter der Königstochter her in den Berg, wo die Kohlköpfe sich dreimal vor ihr verneigten. Was bringst du Neues?, meine Tochter, fragte der alte Zauberer. Böse Zeitung, sprach die Königstochter. Der Freier hat meine Gedanken erraten. Oder gibt es hier Verräter? — „Meine Leute sind treu“, sprach der alte Zauberer. „So sagt mir, woran ich morgen denken soll." Da riet ihr der Zauberer, an ihr goldenes Halsgeschmeide zu denken. Dann flog er mit ihr bis an das Schloss, hinter Beiden drein aber der Rabe, der mit den Ruten jämmerlich auf sie losschlug. Hu!, rief die Königstochter. Huhu! Wie das klatscht! Damit trennte sie sich von dem Zauberer und flog in die Burg zurück. Der Fremde aber ging zu dem Königssohn, der schon in tiefem Schlafe lag. Am Morgen saß die Königstochter neben dem König aus dem Thron und blickte zornig auf den Freier, der neben dem Fremden vor ihr stand. Schicke deinen Begleiter hinweg, sprach sie höhnisch: Du bist so weise, du brauchst keinen Einflüsterer. Der Fremde zog sich zurück; er hatte aber dem Königssohn schon Bescheid gesagt. Rate jetzt, woran ich denke, gebot die Königstochter. An dein goldenes Halsgeschmeide, riet der Königssohn. Die Königstochter ward bleich und rot und bekannte beschämt, er hätte es erraten. Lauter Jubel ging durch die Versammlung. Alles jauchzte dem Königssohn Beifall, und erschöpfte sich im Preisen seines Scharfsinns. Aber die Königin rief: „Noch keinem ist es gelungen, meine Gedanken zum andermal zu erraten. Aber wehe dir, wenn du dir morgen nicht gleich bleibst. Auf Gnade hast du nicht zu hoffen. Ich will aus Martern sinnen, deine Todesqual zu schärfen."

Am Abend mundete dem Königssohn nicht Trank noch Speise, obwohl man ihn noch reichlicher und köstlicher bedienen ließ. Die Drohung der Königstochter, noch mehr aber die nahende Entscheidung über ihren Besitz presste ihm das Herz zusammen. Aber der Fremde sprach: Du kennst doch jetzt die Macht meines Beistands.

 

Darum iss und vertraue wohlgemut

Dein Glück, dein Leben hoher Hut.

 

Da nahm der Königssohn Trank und Speise. Aus den Rat des Fremden versuchte er auch zu schlafen; aber kein Schlummer wollte aus seinen Augenliedern weilen. Endlich sprach der Fremde:

 

Schlaf fest bis an dm Morgen;

Lass mich dein Heil besorgen.

 

Da schlief der Königssohn ein. Um Mitternacht, als er das Fenster klingen hörte, legte der Fremde die Rabenflügel an, nahm aber diesmal alle drei Ruten mit und umgürtete sich mit dem Schwerte. Der alte Zauberer war sehr erbost, als ihm die Königin klagte, der Freier habe auch diesmal ihre Gedanken erraten. Er stieß die Kohlköpfe von ihren Stangen und schleuderte sie den Berg hinab. Folge mir jetzt, meine Tochter, sprach er zu ihr, und denke an mein Haupt: Das wird er ganz gewiss nicht raten. Da erhob sich die Königstochter und der Alte gab ihr Geleit bis an ihr Schloss. Unterwegs peitschte der Fremde mit den drei Ruten so unbarmherzig aus sie beide los, dass die Königstochter jammerte. Huhu! rief sie, welch Schlossenwetter! Huhu! Wie das peitscht! Als sie an den Berg kam, flog sie durch das Fenster, und der Zauberer wandle sich zurück nach dem Berge; aber der Fremde setzte ihm nach und holte ihn bald ein. Dann fasste er ihn beim Schopfe und hieb ihm mit dem Schwerte das Haupt ab: Damit flog er zurück in die Burg und hüllte es in ein Tuch; unterdes lag der Königssohn in tiefem Schlafe.

Am Morgen, als er zur Versammlung ging, gab er das Tuch dem Königssohn und sagte: Wenn die Königstochter früge, woran sie jetzt dächte, sollte er das Tuch stillschweigend zurückschlagen und sie und alle Welt schauen lassen, was es verhülle. Da gingen sie in den Saal, wo die Königstochter hochzeitlich geschmückt und von Schönheit strahlend an des Königs Seite saß. Da hub die Königstochter an: Rate nun, wenn du kannst, woran ich denke. Der Königssohn schwieg, entfaltete aber das Tuch und zeigte ihr und der ganzen Versammlung des Zauberers Haupt. Da fuhr ein Grausen durch den Saal, die Königstochter stieß einen lauten Schrei aus und der Königssohn selbst ließ das Tuch mit dem Kopf vor Entsetzen fallen. Der Fremde allein blieb ruhig, hob das Haupt an dem langen Barte empor und schleuderte es zum Fenster hinaus in den Burggraben. Als die Königstochter sich erholt hatte, stieg sie mit ihrem Vater vom Throne und dieser legte ihre Hand in die des Königssohns. Alles Volk jauchzte ihm Beifall und freute sich, dass die Königstochter endlich besiegt war.

Als der Lärm schwieg, zog der Fremde den Königssohn beiseite und sprach: Nun sollst du auch hören, wer ich bin. Sieh, ich bin der Geist des Toten, dem du durch ein ehrliches Begräbnis zur ewigen Ruhe verholfen hast. Ich durfte dich noch so lange begleiten, bis ich dir deinen Dienst vergolten hatte. Nun aber lebe wohl. Mit diesen Worten verschwand er.

Der Königssohn nahm nun die Königstochter zur Gemahlin und nach dem Tode seines Vaters fiel ihm das Reich zu. Als sein Vater vernahm, wie es ihm ergangen sei, freute er sich wegen seiner Besserung und seines Glücks, und gab ihm sein Reich noch dazu.

 

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